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Der Laugavegur

Vor ein paar Jahren nahmen wir uns vor den Laugavegur in Island zu laufen. Dieses Jahr war es endlich soweit. Der Laugavegur gilt als einer der schönsten Trekkingwege der Welt. Diesen Ruf genießt er vor allem aufgrund seiner abwechslungsreichen Landschaften. Und das kann ich zu 100% bestätigen.

Als erstes sicherten wir uns einen Platz im Flieger und buchten den Flug von Dresden nach Keflavik. Anschließend kümmerten wir uns um ein Hostel in Reykjavik. Dort verbrachten wir  zwei Nächte vor Beginn unserer Wanderung. Gleichzeitig sicherten wir uns den Bustransfer von Keflavik zu unserem Hostel und von Reykjavik zum Start des Laugavegurs. Beim Hostel fiel unsere Wahl auf das Bushostel Reykjavik, dass gepflegt und für ein Hostel vollkommen in Ordnung ist. Auch die Anbindung an den Busverkehr, wie der Name schon vermuten lässt, war sehr gut. Hier eine Auflistung, was wir von Deutschland aus buchten:

Offen geblieben war nur noch das Hostel nach der Wanderung, da der Abschluss unserer Wanderung noch nicht fest stand. Letztendlich hatten wir nach unserer Tour noch zwei Tage in Reykjavik übrig. Für diese beiden Tage sicherten wir uns einen Platz  im Hostel “Oddson”. Dieses Hostel fanden wir noch ein kleines bisschen besser als das “Bushostel”.

Ausrüstung und Verpflegung kauften wir uns größtenteils in Deutschland. Jedoch darf maximal 3 kg Nahrung, kein ungekochtes Fleisch und keine Gaskartuschen für den Camping-Kocher (Zollvorschriften) eingeführt werden.

Den Tag vor dem Beginn unserer Wanderung nutzten wir für den Einkauf der letzten benötigten Sachen. Wir waren froh das Meiste bereits in Deutschland gekauft zu haben, denn Island ist wirklich sehr teuer. Zum Thema Ausrüstung und Verpflegung haben wir uns  auf den folgenden Seiten inspirieren lassen:

Erwähnenswert finde ich, dass wir fast überall sehr guten Netzempfang hatten. Auch auf dem Trekkingweg und in den Camps stand Netzempfang in LTE-Qualität zur Verfügung. Lediglich im Camp in Emstrur war ein Funkloch. Wir brauchten es nicht unbedingt. Doch ich nutzte gern die Möglichkeit meiner Familie jeden Tag Fotos der letzten Etappe als Postkarte zu senden.

Landmannalaugar - Das erste Camp

Von Reykjavik fuhren wir mit dem Bus nach Landmannalaugar. Landmannalaugar ist entweder Start oder End-Camp des Laugavegur, je nachdem in welche Richtung man laufen möchte. Camping in Landmannalaugar kostet 2000 ISK pro Person, unabhängig von der Anzahl der Zelte. Es besteht zudem die Möglichkeit für 500 ISK für 5 Minuten zu duschen. Ein größeres Aufenthaltszelt und die Toiletten sind für alle Camper kostenfrei nutzbar. Ein Highlight in Landmannalaugar sind die heißen Quellen. Unbedingt eine Badehose einpacken. Auch wenn Laugavegur übersetzt “Der Weg der heißen Quellen” heißt, ist hier die einzige Möglichkeit ins Wasser zu steigen. Wer feststellt, dass er etwas vergessen hat, kann hier nochmal etwas kaufen.

Von Landmannalaugar nach Álftavatn (23km)

Von Landmannalaugar (ca. 700 m Höhe) ging es die ersten 12km größtenteils bergauf bis nach Hrafntinnusker (ca. 1070 m Höhe). Je höher wir kamen umso kälter und nebliger wurde es. Die Schneefelder wurden immer größer und das Überqueren war aufgrund vieler aufgetauter Flächen schwierig. Also aufpassen, dass ihr euch keine nassen Socken holt.

Durch die eingeschränkter Sichtverhältnisse war es schwierig die nächsten Markierungspfosten zu sehen und die Orientierung zu bewahren. Diese ersten 12 km bis nach Hrafntinnusker entsprachen der ersten Etappe.

In Hrafntinnusker bestand die Möglichkeit zu Zelten oder in einer Hütte zu übernachten. Da eine Übernachtung in der Hütte uns zu kostspielig war, entschieden wir uns fürs Zelten. Da es an diesem Tag sehr kalt, extrem nebelig und viel Schnee auf dem Campingplatz lag, beschlossen wir die zweite Etappe nach Álftavatn gleich dranzuhängen, um in einer etwas wärmeren Umgebung auf ca. 560 m Höhe zu übernachten.

Die ersten Kilometer stiegen wir eher hoch als runter, trotz das es insgesamt mehr Bergab ging. Kurz vor Álftavatn durchwateten wir den ersten Fluss. Je nachdem wie stark der Schnee bereits getaut ist, kann es sein, dass schon vorher ein etwas kleineres Gewässer durchquert werden muss. Wunderschön war vor allem der Abstieg nach Álftavatn, denn die Aussicht war trotz eingeschränkter Sicht einfach atemberaubend.

Álftavatn

Abgekämpft und durchgefroren kamen wir in Álftavatn an. Daher beschlossen wir nicht weiter in das 4 km entfernte Camp Hvanngi  zu laufen. Dieses Camp liegt sehr windgeschützt im Vergleich zu Álftavatn, wo es fast immer stark windet und der Zeltaufbau allein zu einem Abenteuer wird. Steht das Zelt einmal gibt es genügend Steine um es vor einem Abflug zu bewahren. Abgesehen vom Wind ist es wirklich schön dort, welches idyllisch an einem See liegt. Wer das nötige “Kleingeld” hat, kann sich in einer kleinen Bar/Imbiss ein Bierchen gönnen. Der Preis für eine Nacht mit Zelt liegt auch hier bei 2000 ISK pro Person. Duschen ist wieder für 500 ISK möglich und die Toiletten sind kostenfrei.

Von Álftavatn nach Emstrur (16 km)

Keine 500 m nachdem wir das Camp von Álftavatn verließen, durchquerten wir den ersten Bach. Bei wenig Schmelzwasser ist es bestimmt möglich die Schuhe an zu behalten. Insgesamt war die Strecke relativ entspannt. Nur ein paar Bäche mussten durchquert werden.

Emstrur

Das Camp im Emstrur verfügt über etwas weniger Platz. Jeder der kommt, erhält einen  Platz für sein Zelt, muss jedoch einen etwas “längeren” Weg zu den Toiletten und Duschen hinnehmen. Sehr schön fanden wir, dass das Camp direkt an einem kleinen Bach lag. Wie bereits erwähnt, ist dies das einzige Camp ohne Empfang für Smartphones. Der Preis für eine Nacht mit Zelt beträgt 1500 ISK pro Person, Toiletten sind kostenfrei und die Dusche kostete wie immer 500 ISK.

WICHTIG: In Emstrur gibt es keine Möglichkeit der Müllentsorgung, deswegen ist jeder selbst dafür verantwortlich seinen Müll mit zu nehmen und dann im nächsten Camp zu entsorgen!

Von Emstrur nach Þórsmörk (15 km)

Auch die Strecke nach Þórsmörk ist relativ entspannt . Und es ist wirklich genial wie sich gefühlt mit jedem gelaufen Kilometer die Landschaft rings um den Laugavegur verändert. Auf dieser Etappe ist es z.B. der Ausblick auf die in der Ferne liegenden Vulkane Tindfjallajökull und Eyjafjallajökull oder der Mannshohe Birkenwald um Þórsmörk. Þórsmörk heißt übrigens übersetzt “Wald des Thors”, mit deutschen Buchstaben würden man den Ort also eher Thorsmörk schreiben, nicht wie man es öfter liest Porsmörk.

Þórsmörk - Volcano Huts

Mit dem erreichen von Þórsmörk ist der Laugavegur mit seinen ca. 54km offiziell beendet. In Þórsmörk gibt es zwei mögliche Camps. Einmal die Volcano Huts und einmal Langidalur. Angelockt von Sauna und einem heißen Badebecken haben wir uns für das Volcano Huts Camp entschieden. Die Wärme in der Sauna hier war zwar nicht schlecht, jedoch handelte es sich bei der Sauna lediglich um ein großes Fass, welches sich mitten auf dem Zeltplatz befand. Die Sauna war nicht Textilfrei und auch nicht sonderlich gepflegt, deswegen habe ich auch nur einen Saunadurchgang gemacht. Und das heiße Badebecken war lediglich ein lauwarmes Planschbecken. Dennoch hat sich dieser Campingplatz schon alleine für das kostenlose unbegrenzte duschen gelohnt. Auch gab es eine Hütte in der man sich aufhalten konnte. Allerdings handelte es sich hier auch um das teuerste Camp. Eine Nacht im Zelt kostete 2600 ISK pro Person, allerdings sind dafür die Duschen, das lauwarmes Planschbecken und die Fasssauna, die ich wie gesagt nicht besonders hygienisch fand, im Preis mit drin. In der Aufenthalts Hütte haben wir Abends bei einem Bierchen eine Runde Karten gespielt und unsere Abendmahlzeit zu uns genommen. Das Bierchen haben wir uns auf den Abschluss des Laugavegurs gegönnt, aber auch nur eins denn 1200 ISK (umgerechnet ca. 10€) fanden wir dann doch etwas teuer.

Von Þórsmörk Volcano Huts nach Básar (6km)

Basár befindet sich im Grunde direkt neben Þórsmörk, allerdings neben Þórsmörk Langidalur. Þórsmörk Langidalur und Básar sind nur durch ein ausgetrocknetes Flussbett voneinander getrennt. Wir hatten uns am Vortag für diese kurze Strecke entschieden, um in Basár Kraft für die letzte Etappe nach Skógar zu sammeln.

Básar

Básar sollte also das letzte Camp vor der Schlussetappe nach Skógar sein. Und das hat sich gelohnt! Básar ist ein wirklich sehr schönes Camp. Sein Zelt kann man hier zwischen kleinen Birkenbäumchen aufschlagen. Eine Nacht kostet nur 1500 ISK pro Person. Duschen kostet die obligatorischen 500 ISK, Toiletten waren wie sonst auch kostenlos und es gab wieder eine Hütte in der man sich zum Essen oder Karten spielen aufhalten konnte. Da wir an diesem Tag noch Kraft hatten, haben wir noch eine kleine Wanderung auf die Berge um Básar unternommen. Von oben hatte man einen wunderschönen Ausblick auf Þórsmörk, sowie auf die beiden Vulkane Katla und Eyjafjöll mit ihren Gletschern Mýrdalsjökull und Eyjafjallajökull.

Von Básar nach Skógar (24km)

Nach Skógar geht es gleich zu Beginn von ungefähr 250 auf 1050 Höhenmeter bergauf bis auf die Hochebene von Fimmvörðuháls. Auf diesem Weg zur Hochebene gibt es immer wieder Passagen, bei denen man dringend schwindelfrei sein sollte. Der Laugavegur selbst ist generell nicht geeignet für Menschen mit Höhenangst, aber die Strecke nach Fimmvörðuháls setzt nochmal einen drauf. Auf der Hochebene sollte man sich auch wieder auf Schnee einstellen. Am Anfang des Laugavegurs habe ich mich gefreut als wir auf den ersten Schnee gestoßen sind, hier hat er mich nur noch genervt. Das Vorankommen wurde durch den Schnee extrem erschwert. Außerdem ist es sehr kalt und man muss mit eingeschränkter Sicht durch Nebel rechnen. Wer möchte kann in der “Fimmvörðuháls hut” auch übernachten. Zelten ist wohl auch möglich, davon möchte ich aber dringend abraten. Der Abstieg von Fimmvörðuháls nach Skógar gehört landschaftlich zu den schönsten Abschnitten. Leider hatten wir das Pech, dass es fast den kompletten Abstieg nach Skógar geregnet hat und wir komplett durchnässt angekommen sind. Auf dem Weg nach Skogár begleitet man den Fluss Skógá, dessen Verlauf durch zahlreiche, wunderschöne Wasserfälle gezeichnet ist. Mit dem Skógfoss erreicht der Fluss schließlich seinen finalen Wasserfall und wir erreichten damit das Ziel unserer Wanderung.

Skógar

Der Zeltplatz in Skógar ist leider etwas enttäuschend. Der Blick auf den Skógarfoss ist zwar schön, jedoch lockt er so viele Touristen an, dass es nicht so entspannt ist wie in den anderen Camps entlang des Laugavegurs.

Eine Nacht mit Zelt schlägt hier mit 1500 ISK zu Buche und einmal duschen kostet 300 ISK. Toiletten sind wie immer kostenlos. Nicht weit vom Zeltplatz entfernt, befindet sich ein Restaurant mit Selbstbedienung. Hier kann man sich etwas aufwärmen und seine elektronischen Geräte aufladen. Ein großes Bier ist hier verhältnismäßig “günstig” und kostet 800 ISK. Geöffnet hat es täglich von 9 bis 20 Uhr. Wir hatten etwas Glück und konnten bis  fast 22 Uhr bleiben, bevor wir höflich gebeten wurden das Restaurant zu verlassen. Am nächsten Tag fuhren wir dann mit dem Bus von Skogár zurück nach Reykjavik. Damit war für uns das Abenteuer Laugavegur beendet.

Ein Gedanke zu „Der Laugavegur

  1. Sabrina

    Halló!

    Vielen Dank für die Verlinkung meiner Packliste und schön, dass sie euch weitergeholfen hat 🙂

    Toller Bericht, hätte ich nicht eh schon wieder Lust auf die Tour, hätte ich sie spätestens jetzt.

    Liebe Grüße
    Sabrina

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